2011 Tyrolia-Verlag, kartoniert, 144 Seiten, 12,95 Euro.

Viele Männer machen die Erfahrung, dass sich das „beste Mannesalter“ als eine schwierige Lebensphase entpuppt. „Plötzlich“, so schreibt Markus Hofer, „Männerarbeiter aus Österreich“ und Buchautor, „stecken wir in Situationen, auf die wir gar nicht vorbereitet sind, spüren wir Grenzen, auf die wir nicht gefasst sind. Wir Männer haben zwar den Aufstieg gelernt, aber nicht den Abstieg.“

Markus Hofer, Jahrgang 1957, beschreibt, wie Männer in der Mitte ihres Lebens entdecken, dass sich nicht mehr so viel mit Kraft und verbissenem Einsatz machen lässt, dass das Leben neue Qualitäten erfordert. Erfolg zählt nicht mehr so viel, zur Aufgabe wird das Reifer- und Weiserwerden.

Dazu will Hofer beitragen. Er stellt die Lebenskurven von Mann und Frau dar. Bei den Männern ausführlicher, vor allem auch die Ab- und Irrwege. Man kann zum „alten Narren“ werden oder in der lebensfeindlichen Verbitterung enden. Die Kernfrage ist: Wovon will ich im Alter leben?

Dann legt Hofer quasi als eine durchsichtige Folie die Lebenskurve von Frauen über die der Männer. Dabei wird in der Lebensmitte eine die Paarbeziehung gefährdende Gegenläufigkeit sichtbar. Während der Mann bildlich gesprochen nach Hause kommen möchte, brechen viele Frauen erst jetzt – nach der Familienphase – von zuhause auf.

Obligatorische Themen solcher Bücher trifft man schließlich auch hier: Körper und Gesundheit, Sexualität im Alter oder altersgerechtes Arbeiten. Doch diese Passagen sind kenntnisreich geschrieben und enthalten jede Menge Nachdenkenswertes.

Matthias Walter